Zum Hauptinhalt springen
Kapseln
Teaser
Teaser
Teaser

Kritische Knochendefekte erfordern oft den Einsatz von Knochentransplantaten oder künstliche Knochensubsitutenten wie Kalziumphosphatzement (CPC) oder Magnesiumphosphatzement (MPC). In der hier präsentierten Studie wird MPC mit Carboxylmethylchitosan und Natriumalginat zu einem neuartigen Knochenzement modifiziert und seine Eigenschaften in vivo und in vitro untersucht.

CARBOXYLMETHYLCHITOSAN-ALGINAT VERSTÄRKT DIE KNOCHENREPARATURWIRKUNG VON MAGNESIUMPHOSPHAT-KNOCHENZEMENT DURCH AKTIVIERUNG DES FAK-WNT-SIGNALWEGS

Ling Yu, Tian Gao, Wei Li, Jian Yang, Yinchu Liu, Yanan Zhao, Ping He, Xuefeng Li, Weichun Guo, Zhengfu Fan, Honglian Dai, Carboxymethyl chitosan-alginate enhances bone repair effects of magnesium phosphate bone cement by activating the FAK-Wnt pathway, Bioactive Materials, Volume 20, 2023, Pages 598-609, ISSN 2452-199X, https://doi.org/10.1016/j.bioactmat.2022.06.017.

Knochendefekte haben vielfältige Ursachen wie Verletzungen, Tumoren oder Infektionen. Überschreiten Knochendefekte eine bestimmte Größe, ist eine Selbstreparatur unmöglich. Standardlösungen in der Medizin sind dafür autologe und allogene Knochentransplantationen. Da dort allerdings ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bei der Knochenentfernung, Krankheitsübertragung oder auch Abstoßung des Implantats herrscht, geht der Trend zu künstlichen Knochensubstituenten wie Kalziumphosphatzement (CPC). CPC wird häufig für den Knochenaufbau genutzt, hat aber den Nachteil einer geringen Stärke, langen Gerinnungszeit und langsameren Absorption.

Magnesium ist Teil der gesunden Knochenstruktur und macht ca. 60 % des Knochens aus. Aus dem Grund ist Magnesiumphosphatzement (MPC) als Alternative zu CPC in den Fokus von Forschenden geraten. Im Vergleich zu CPC, weißt MPC eine hohe mechanische Stärke und eine gute Bioabbaubarkeit auf. Zudem bestätigten in vivo und in vitro Studien eine sehr gute Biokompabilität und gute Eigenschaften als anorganischer Knochenfiller. Allerdings erschwert eine lange Trocknungszeit mit hoher Temperaturabgabe den praktischen Einsatz von MPC.

Um die osteo-induktiven und mechanischen Eigenschaften von MPC weiter zu verbessern, wurde in der vorgestellten Studien MPC mit Carboxylmethylchitosan (CMC) und Natriumalginat (SA) gekoppelt. CMC ist ein wasserlösliches, positiv-geladenes Chitosanderivat, das mit dem negativ-geladenen SA starke elektrostatische Wechselwirkungen eingehen kann. Zudem ähnelt CMC in der Struktur den Glucosamioglycanen in der extrazellulären Matrix, was den Knochenaufbau fördern kann. Der mit CMC/SA-gekoppelte MPC wurde in der Studie auf seine Biokomptabilität und seine Eigenschaften in Bezug auf Zelladhäsion, Proliferation und Differenzierung an MC3T3-E1 Zellen untersucht. Außerdem wurde die In-vivo-Osteogenität anhand eines Ratten-Kalvarialdefektmodells abgeschätzt.

ERGEBNISSE

  • Höchste mechanische Stärke bei Zugabe von 2 % CMC/SA mit 59,43 ± 8,81 MPa
  • Verlängerung der Trocknungszeit von 3,40±0,66 min (MPC) auf 12,83 ± 1,63 % nach Zugabe von 4 % CMC/SA
  • Verlängerte mögliche Injektionsdauer und verringerte maximale Temperatur bei Zugabe von 4 % CMC/SA
  • Verbesserte Oberflächenstruktur von MPC durch Zugabe von CMC/SA
  • In vitro Studien mit MC3T3-E1 Zellen zeigten, dass es in Anwesenheit von CMC/SA zu einer Ausbildung von mehr Pseudopodien, einer faserartigen Struktur und einer Erhöhung der Zellproliferation kam
  • Keine Anzeichen von Zytotoxizität
  • Im Vergleich zu MPC, Förderung der Expression von osteogenen Proteinen durch CMC/SA
  • MPC-CMC/SA aktivierte den Integrin-Signalweg, was zu einer erhöhten intrazellulären FAK-Phosphorylierung führte
  • In vivo: schnellerer Bioabbau und Ausbildung von dickeren, kontinuierlicheren neuen Knochenfragmenten bei MPC-CMC/SA im Vergleich zu reinem MPC
  • Keine Anzeichen von Entzündung, Nekrose und Infektionen an der Implantatstelle für MPC und MPC-CMC/SA

Schlussfolgerungen: Insgesamt wurde in der vorliegenden Studie ein neuartiger Knochenzement aus MPC gekoppelt mit CMC und SA entwickelt. Durch eine Verbesserung der chemischen Eigenschaften wie mechanische Stärke, verminderte Hitzeentwicklung und einer verlängerte Trocknungsdauer, zeigte MPC-CMC/SA gute Eigenschaften für eine klinische Anwendung. In vitro konnte die osteogene Differenzierung von MC3T3-E1 Zellen durch den Integrin-FAK-Wnt Weg festgestellt werden. Außerdem verbesserte sich in vivo die die Knochenneubildung durch die Kopplung mit CMC-SA. Insgesamt zeigt MPC-CMC/SA ein ausgezeichnetes Potential für die Reparatur und Regeneration von Knochengewebe.

Link zum Artikel: Carboxymethyl chitosan-alginate enhances bone repair effects of magnesium phosphate bone cement by activating the FAK-Wnt pathway - ScienceDirect

Regeneration, carboxymethylchitosan, Knochenreparatur, Knochenzement, Knochengewebe

Kontakt

  • Heppe Medical Chitosan GmbH
    Heinrich-Damerow-Straße 1
    D-06120 Halle (Saale)
  • Tel.: +49 (0) 345 27 996 300
    Fax: +49 (0) 345 27 996 378
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

News

Chitosan-basierter Gewebekleber zur Kontrolle starker Blutungen

Starke Blutungen aus inneren Organen gehören zu den größten Herausforderungen in der Chirurgie und Traumaversorgung. Besonders Leber, Milz, Niere oder Lunge sind schwer zu versorgen, da diese Organe weich, stark durchblutet und mechanisch empfindlich sind. Klassische Methoden wie Nähen, Veröden oder Gefäßligaturen sind nicht immer möglich und können zusätzlich gesundes Gewebe schädigen.

Injizierbares Carboxymethyl-Chitosan-Hydrogel zur Knochenregeneration bei Diabetes

Diabetes mellitus erschwert die Knochenheilung erheblich. Erhöhte Glukosewerte fördern oxidativen Stress, chronische Entzündungen und eine gestörte Aktivität knochenbildender Zellen. Dadurch heilen Knochendefekte bei diabetischen Patientinnen und Patienten oft langsamer oder unvollständig. Zusätzlich besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen, was die Regeneration weiter beeinträchtigen kann.

20 Jahre HMC – ein besonderer Meilenstein

Gestern haben wir gemeinsam einen ganz besonderen Meilenstein gefeiert: 20 Jahre HMC. Zwei Jahrzehnte Unternehmensgeschichte bedeuten viele Ideen, Herausforderungen, Entwicklungen und Erfolge – vor allem aber viele Menschen, die HMC auf diesem Weg geprägt und begleitet haben.

HMC auf der EUCHIS 2026 in Murcia – Austausch in der internationalen Chitin- und Chitosan-Community

Vom 10. bis 13. Mai 2026 war HMC auf der 15th International Conference of the European Chitin Society (EUCHIS 2026) in Murcia, Spanien, vertreten. Die Konferenz brachte erneut Wissenschaftler, Industrievertreter und Experten aus der internationalen Chitin- und Chitosan-Community zusammen. Vier Tage lang standen wissenschaftlicher Austausch, neue Ideen und persönliche Gespräche im Mittelpunkt. Gleichzeitig freuen wir uns, die diesjährige Konferenz als einer der Hauptsponsoren der EUCHIS 2026 unterstützt zu haben.

Neue Strategien zur Reduktion von Krankenhaus-Infektionen: Biologisch abbaubare antibakterielle Nanobeschichtungen

Krankenhausassoziierte Infektionen stellen weltweit weiterhin eine erhebliche Herausforderung dar. Pathogene Mikroorganismen können über längere Zeit auf häufig berührten Oberflächen überleben und so zur Weiterverbreitung von Infektionen beitragen. Klassische Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen bieten häufig nur eine kurzfristige Wirkung, wodurch ein wachsendes Interesse an Materialien besteht, die eine dauerhafte antimikrobielle Aktivität direkt auf der Oberfläche ermöglichen.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.