Zum Hauptinhalt springen
Kapseln
Teaser
Teaser
Teaser

Grüner Star (Glaukom) ist eine Gruppe von Erkrankungen des Auges, bei der im fortgeschrittenen Stadium Sehnerv und Netzhaut geschädigt werden, was bis zur Erblindung führen kann. Verursacher ist unter anderem ein erhöhter Augeninnendruck. Wir stellen hier zwei Veröffentlichungen vor, die die Kombination von Chitosan und Curcumin für die Behandlung von Glaukom und Krebspatienten erforscht haben.

Curcumin beladene Nanopartikel und Latanoprost enthaltendes thermosensitives Hydrogel auf Chitosan-Gelatine-Basis, als duales Wirkstoffabgabesystem zur Glaukombehandlung

Thermosensitive chitosan-gelatin-based hydrogel containing curcumin-loaded nanoparticles and latanoprost as a dual-drug delivery system for glaucoma treatment. Yung-Hsin Cheng, Yu-Chieh Ko, Yu-Fan Chang, Shu-Huei Huang, Catherine Jui-Ling Liu. Exp Eye Res . 2019 Feb; 179:179-187. doi: 10.1016/j.exer.2018.11.017. Epub 2018 Nov 22.

Der Kammerwinkel ist der Bereich zwischen Hornhaut und Iris durch den das Kammerwasser abfließt. Bei einer krankhaften Veränderung ist der Abfluss des Kammerwassers gestört und der Augeninnendruck steigt, was zu der Ausbildung eines Glaukoms führen kann.

Das Trabekelwerk ist eine Struktur im Kammerwinkel, das für den Abfluss des Kammerwassers über den Schlemm-Kanal sorgt. Der kleinere Anteil des Kammerwassers verlässt das Auge über den uveoskleralen Abfluss. Der uveosklerale Abfluss kann durch Prostagladine wie Latanoprost erhöht werden. Problematisch jedoch sind die unerwünschten Nebenwirkungen von Latanoprost, wie das Syndrom des trockenen Auges, konjunktivale Hyperämie und periokulare Hauthyperpigmentierung, bei der dauerhaften täglichen Anwendung.

Neuere Studien zeigen, dass auch oxidativer Stress im Trabekelmaschenwerk eine wichtige Rolle beim gestörten Abfluss des Kammerwassers spielt. In der vorgestellten Studie entwickelten die Forscher deshalb ein Chitosan-Gelatin-basiertes Hydrogel, welches mit Latanoprost und Curcumin-beladene Nanopartikel enthält. Curcumin besitzt antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften, jedoch ist die Wirksamkeit bei oraler Einnahme beschränkt. Mit Hydrogelen ist die topische Verabreichung am Auge eine Möglichkeit Wirkstoffe ortsspezifisch, langfristig und anhaltend freizugeben. Für die Studie wurde Chitosan mit einem Deacetylierungsgrad von 95% und einer Viskosität von 581 mPas für die Herstellung eines thermosensitiven Hydrogels eingesetzt. Die Gelierungstemperatur des Chitosan Hydrogels lag bei circa 34°C. Die Biokompatibiltität des entwickelten Chitosan-basierten Hydrogels mit Latanoprost und Curcumin-Nanopartikeln wurde in vitro (Kaninchen-Hornhaut-Epithelzellen) und in vivo (Kaninchen) getestet. Des Weiteren wurde dessen Wirkung an Trabekelmaschenwerk-Zellen unter oxidativem Stress getestet.

Ergebnisse

  • Optimale Konzentration bei 20 µM Curcumin-Nanopartikeln (=nicht zelltoxisch)
  • Langzeitfreisetzung von Latanoprost und Curcumin über 7 Tage
  • Reduzierung von oxidativem Stress für die Zellen
    • Reduktion entzündungsbedingter Genexpression
    • Reduktion von ROS (reaktiven Sauerstoffspezies)
    • Reduktion des Apoptose-Levels (Zelltod)
  • Keine Entzündungsanzeichen bei in vivo-Biokompatibilitätstestung mit Kaninchen (topische Applikation des Hydrogels)

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das entwickelte Chitosan-basierte Hydrogele, beladen mit Latanoprost und Curcumin-Nanopartikeln, den Abfluss des Kammerwassers auf trabekulären und uveoskleralen Weg verbessert und somit Potential für die Behandlung von Glaukom-Patienten bietet.

Quelle: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30471279/

Die zweite Veröffentlichung beschäftigt sich mit der oralen Verabreichung von Curcumin mit N,O-Carboxylmethyl-Chitosan modifizierten Nanopartikeln.

Anti-angiogene Aktivität von unbeschichteten und N,O-Carboxymethyl-Chitosan oberflächenmodifizierten, festen Lipid-Nanopartikeln auf Basis von Gelucire® 50/13 zur oralen Verabreichung von Curcumin

Anti-angiogenic activity of uncoated- and N,O-carboxymethyl-chitosan surface modified-Gelucire® 50/13 based solid lipid nanoparticles for oral delivery of curcumin. Sara Perteghellaa, Delia Mandracchiab, Maria Luisa Torrea, Roberto Tammac, Domenico Ribattic, Adriana Trapanib, Giuseppe Tripodoa. Journal of Drug Delivery Science and Technology, Volume 56, Part A, April 2020

Krebserkrankungen sind besonders in der westlichen Welt eine der häufigsten Todesursachen. Ein Faktor der das Wachstum von soliden Tumoren entscheidend beeinflusst, ist die Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese) zur Versorgung des Tumorgewebes. Deshalb ist die Kombination von Anti-Tumor-Medikamenten mit Anti-Angiogenese Wirkstoffen eine etablierte Therapiestrategie. Problematisch ist jedoch, dass die Inhibitoren der Angiogenese das Tumorgewebe erreichen müssen, um dort lokal ihre Wirkung zu entfalten.

In der vorgestellten Veröffentlichung testeten Forscher mit N,O-Carboxymethylchitosan (N,O-CMC) oberflächenmodifizierte Curcumin-beladene feste Lipid-Nanopartikel (basierend auf Gelucire® 50/13) für die orale Verabreichung von Curcumin. In früheren Studien wurde gezeigt, dass N,O-CMC die Angiogenese hemmt und das Immunsystem stimuliert. Für die Studie wurde N,O-Carboxymethylchitosan von Heppe Medical Chitosan mit einem Deacetylierungsgrad von 92,8% verwendet. Die Forscher untersuchten die modifizierten Nanopartikel hinsichtlich ihrer Stabilität in simulierter Magen-Darm-Flüssigkeit, sowie in Zytotoxizitäts-, Aufnahme- und Transportstudien mit Caco-2-Zellen (Darmzellen). Die anti-angiogene Aktivität wurde außerdem in vivo im Chorioallantoismembran-Assay an Kükenembryonen getestet.

Ergebnisse

  • N,O-CMC-Curcumin Lipid-Nanopartikel schützten das Curcumin vor oxidativem und hydrolytischen Abbau
  • anhaltende Freisetzung des Curcumins
  • N,O-CMC-Curcumin Lipid-Nanopartikel zeigten Zytokompatibilität in Caco-2-Zellen
  • vaskuläre Angiogenese wurde durch die Oberflächenmodifikation mit N,O-CMC gehemmt

Schlussfolgerung: Die entwickelten und getesteten N,O-CMC-oberflächenmodifizierten Curcumin-beladenen Lipid-Nanopartikel haben Potential für die orale Verabreichung von Curcumin. Das System könnte die Hemmung von vasuklärer Angiogenese und die orale Verabreichung von Krebsmedikamenten kombinieren, wofür jedoch weitere in vivo Studien notwendig sind.

Quelle: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1773224719313814

Mehr Informationen zu unserem Carboxylmethylchitosan finden Sie hier. Direkt bestellen können Sie das CMC in unserem Shop.

Hydrogel, Nanopartikel, krebs, curcumin

Kontakt

  • Heppe Medical Chitosan GmbH
    Heinrich-Damerow-Straße 1
    D-06120 Halle (Saale)
  • Tel.: +49 (0) 345 27 996 300
    Fax: +49 (0) 345 27 996 378
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

News

Neue Strategien zur Reduktion von Krankenhaus-Infektionen: Biologisch abbaubare antibakterielle Nanobeschichtungen

Krankenhausassoziierte Infektionen stellen weltweit weiterhin eine erhebliche Herausforderung dar. Pathogene Mikroorganismen können über längere Zeit auf häufig berührten Oberflächen überleben und so zur Weiterverbreitung von Infektionen beitragen. Klassische Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen bieten häufig nur eine kurzfristige Wirkung, wodurch ein wachsendes Interesse an Materialien besteht, die eine dauerhafte antimikrobielle Aktivität direkt auf der Oberfläche ermöglichen.

Nachhaltige Bausteine für die Energiespeicherung von morgen - Chitosan im Kreislauf der Zukunft

In einer Welt, in der Elektromobilität, erneuerbare Energien und digitale Geräte exponentiell wachsen, steigt auch die Bedeutung nachhaltiger Energie-Speicherlösungen. Neben Leistung und Effizienz spielt die ökologische Bilanz eine immer größere Rolle: Die Zukunft der Energiespeicherung muss grün, wiederverwertbar und ressourcenschonend sein. Genau hier kommen natürliche Biopolymere ins Spiel.

Chitosan als nachhaltiger Werkstoff für implantierbare Sensoren und bioelektronische Anwendungen

Die zunehmende Bedeutung nachhaltiger Materialien in der Medizintechnik führt zu einem verstärkten Fokus auf biobasierte Polymere. Eine aktuelle Publikation in RSC Sustainability zeigt eindrucksvoll, dass Chitosan ein vielversprechender Kandidat für implantierbare Sensoren und bioelektronische Systeme ist. Besonders hervorzuheben sind dabei die Biokompatibilität, die funktionellen Aminogruppen sowie die Möglichkeit, elektrische und mechanische Eigenschaften gezielt zu steuern.

Intelligentes Chitosan-Hydrogel für die verlängerte Freisetzung therapeutischer Peptide

Präklinische Entwicklung eines Depot-Systems für NX210c

Therapeutische Peptide nehmen in der modernen Arzneimittelentwicklung eine besondere Rolle ein. Sie vereinen die hohe Spezifität biologischer Wirkstoffe mit einer vergleichsweise guten Verträglichkeit und kontrollierbaren Herstellung. Gleichzeitig stehen sie jedoch vor einer zentralen Herausforderung: ihrer geringen Stabilität im Körper.

Chitosanfasern im Beton - ein innovativer Ansatz für nachhaltige Baustoffe

Die Bauindustrie steht vor einer großen Herausforderung: langlebigere, leistungsfähigere und gleichzeitig nachhaltigere Materialien zu entwickeln. Neben der Optimierung klassischer Zementrezepturen rücken dabei zunehmend biobasierte Funktionsmaterialien in den Fokus der Forschung. Ein besonders spannender Kandidat ist Chitosan - ein natürlicher Biopolymer-Werkstoff mit außergewöhnlichen Eigenschaften.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.